Im Fadenkreuz des Terrors
Ruchlose Rebellen schießen auf unbeteiligte Reporter und
erreichen eine neue Ebene der Ehrlosigkeit.
Viele meiner Berichte basieren auf Aussagen und Protokollen der
Einsätze unserer glorreichen imperialen Navy. Ich habe keine Zweifel
an der Wahrhaftigkeit dieser Nachrichten, doch gibt es vereinzelte
Leser, die mir Einseitigkeit vorwerfen.
Um diesen Vorwurf zu bereinigen und auch den letzten meiner Leser
zu erreichen, stieg ich selbst in ein kleines Frachtschiff und ließ
mich an den Rand einer Kampfzone fliegen. Ohne es zu wissen, gerieten
mein Pilot und ich in das Fadenkreuz der selbst ernannten Rebellen
und kamen nur dank der selbstlosen Aufopferungsbereitschaft der
Roestoc Beta Staffel mit unserem Leben davon.
Gleich zwei Wunderwaffen boten die Roestoc Beta Staffel auf, um
dem gut finanzierten galaktischem Terror im Outer Rim ein Ende zu
setzen. So kam der inzwischen bewährte TIE Jagdbomber x7 in den
fähigen Händen von Pilotin Ensign Flin (23), genannt Buccaneer, zum
Einsatz. Captain Strax (32), genannt Seawolf, und Leutnant Vastra
(27), genannt Piranha, begleiteten sie in ihren TIE-Fightern. Wie mir
später berichtet wurde, sollten sie die Begleitschiffe der selbst
ernannten Rebellen beschäftigen, während die zweite Wunderwaffe
sich um deren Hauptschiff kümmern sollte.
Diese Wunderwaffe war nichts geringeres, als ein Sternenflügler
der Alpha-Klasse, geflogen von der aufstrebenden Shuttle-Pilotin
Ensign Marta Jynns (24), genannt Griffin. Viele meiner Leser werden
den Sternenflügler auch als Gunboat oder Kanonenboot kennen. Zwei
bis an die Zähne bewaffnete TIE-Bomber komplettierten die zweite
Gruppe. Allein der majestätische Anblick der Schiffe, die tadellose
Formation und die Zielstrebigkeit ihrer Piloten bereitete ein Gefühl
der Zuversicht.
Wie zu erwarten, ergriff das Hauptschiff der selbst ernannten
Rebellen bei diesem Anblick sofort die Flucht. Dieses Hauptschiff,
ein YT-2400 und damit ein moderner leichter Frachter der
Corellianischen Ingenieurs-Gesellschaft, beförderte weitere Waffen,
um den Terror im Outer Rim zu unterstützen.
Bei seiner Flucht kam er
jedoch absichtlich unserem am Kampfe vollkommen unbeteiligten und
hervorragend markierten Reporter-Schiff gefährlich nahe. Ein
hinterhältiger Schachzug, um seine Verfolger am Schießen zu
hindern. Schließlich würde kein imperialer Pilot unnötigen
Kollateralschaden riskieren.
Zu meiner persönlichen Schande muss ich gestehen, dass wir somit,
ohne es zu wissen, in einen ansonsten tadellosen Angriffsplan
eingegriffen haben. Meine erste Entschuldigung gilt daher Captain
Strax. Nicht nur hinderte mein inzwischen entlassener Pilot die
Schussbahn unserer tapferen Piloten. Auch blockierte er die Flugbahn
von Leutnant Vastra. Meine zweite Entschuldigung gilt daher ihr.
Im Verlaufe der Schlacht verlor ich selber den Überblick, doch
beweisen die Aufnahmen, dass ein hochmoderner A-Wing kurz davor
stand, uns abzuschießen. Allein durch den beherzten Einsatz von
Leutnant Vastra, die uns aus der Schussbahn schob, blieb uns
schlimmeres erspart. Dafür steckte sie jedoch die Schüsse ein,
welche eigentlich mir und meinem unvorsichtigen Piloten galten.
Zusammengehalten durch ihren Willen und die unerreichte
Ingenieurskunst der Sienar Werften überstand diese tollkühne
Meisterpilotin den feigen Beschuss des A-Wings.
Im Schutze eines Asteroiden harrten wir der Dinge. Doch der
Schaden war angerichtet. Der Frachter hatte einen zu großen
Vorsprung und konnte entkommen. Als sich erstmal ein imperialer
Schutzkreis um unser Reporter-Schiff gebildet hatte, sahen es auch
die verbliebenen Terroristen ein, dass sie verloren hatten und
verkrochen sich zurück in ihre Felsenhöhlen. Erst in diesem Moment
merkten ich, dass einer fehlte.
Wie mir später zugetragen wurde, kämpften Captain Strax und
Ensign Flin in Abwesenheit Leutnant Vastras und somit in Unterzahl
weiterhin gegen die mit Raketen bewaffneten Begleitschiffe. Eine
dieser Raketen zerstörte den TIE-Fighter des allseits beliebten
Veteranen Strax.
Jetzt, da ich diesen Artikel schreibe, hält sich der aus seinem
Wrack gerettete Captain wie durch ein Wunder am Leben. „Keine
Schilde. Nur Mumm.“ So lautet seine Devise. Captain Strax ist ein
Kämpfer, ein Held des Imperiums. Bitte höre nicht auf zu kämpfen.
Kämpfe dich zurück zu den Lebenden. Kämpfe dich zurück ans Steuer
eines TIE-Fighters. Kämpfe für den Ruhm und die Größe des
Imperiums.
Meine dritte Entschuldigung gilt daher dir, meinem Leser. Ich
übernehme volle Verantwortung für die missglückte imperiale
Operation. Im Leben einer Frontreporterin gibt es immer den Moment,
in dem man sich entscheiden muss, ob man nach vorne prescht, oder ob
man doch in der sicheren Basis bleibt. Aber wie sonst sollen Berichte
aus erster Hand an die ahnungslosen Bürger der Galaxis kommen? Wer
recherchiert, woher die selbst ernannten Rebellen neueste Schiffe und
teuerste Waffen bekommen?
Solange sich Terroristen und Verbrecher da draußen herumtreiben,
werde ich nicht aufhören. Ich habe aus meinem Fehler gelernt und
werde zukünftig vorsichtiger sein. Doch die Geschichten der
ansonsten unbesungenen Helden des Outer Rim müssen erzählt werden.
Mal sind diese Geschichten Tragödien, wie der Abschuss von Captain
Strax. Mal sind es Berichte von Heldentaten, wie die Rettungsaktion
durch Leutnant Vastra. Und mal muss eben auch der Misserfolg aufgrund
einer unvorsichtigen Reporterin gemeldet werden.